FAQ

Referenzwerte, Standards und was Pro tatsächlich ergänzt.

Fragen aus E-Mails — beantwortet mit Grenzwert und Quelle.

Was ist ein normaler TAPSE-Wert?

Ein normaler TAPSE-Wert liegt bei >17 mm gemäß ASE. Werte von 13–17 mm weisen auf eine leicht eingeschränkte, Werte < 10 mm auf eine deutlich eingeschränkte rechtsventrikuläre Funktion hin (ASE 2025).

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Wie berechnet man die LVEF nach der Simpson-Methode?

Die LVEF nach Simpson (biplane) wird aus den enddiastolischen und endsystolischen Volumina berechnet: LVEF = (EDV − ESV) / EDV × 100 %. Normale LVEF liegt bei ≥ 52 % (Männer) bzw. ≥ 54 % (Frauen) nach ASE.

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Was bedeutet eine LVEF von 60 % — wie wird die Ejektionsfraktion eingeteilt?

Eine LVEF von 60 % ist normal. Die Klassifikation lautet: normal ≥ 52 % (M) / ≥ 54 % (W), leichtgradig eingeschränkt 41–51 % (M) / 41–53 % (W), mittelgradig eingeschränkt 30–40 %, hochgradig eingeschränkt < 30 %.

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Ab wann ist eine Aortenstenose als schwerwiegend einzustufen?

Eine schwere Aortenstenose liegt gemäß ESC 2025 vor bei: Vmax ≥ 4 m/s, mittlerem Gradienten ≥ 40 mmHg und/oder Klappenöffnungsfläche (AVA) ≤ 1,0 cm² (indexiert ≤ 0,6 cm²/m²). Alle drei Kriterien sollten zusammen bewertet werden.

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Was bedeutet diastolische Dysfunktion Grad 1, 2 oder 3?

Diastolische Dysfunktion (ASE 2025, kompakte Gesamtdarstellung) — EF-unabhängig. Algorithmus basiert auf: e′, E/e′ und TR-Vmax/PASP. Ziel: Bestimmung des linksatrialen Füllungsdrucks (LAP) und anschließende Graduierung.

Schritt 1 — Basisvariablen:

  • e′ mittel vermindert (< 6,5 cm/s — Relaxationsstörung)
  • E/e′ mittel erhöht (> 14)
  • TR-Vmax ≥ 2,8 m/s / PASP erhöht
Interpretation: alle normal → normal · nur e′ ↓ → meist Grad 1 (v.a. bei E/A < 0,8) · E/e′ und/oder TR erhöht bzw. ≥2 abnorme Parameter → Schritt 2.

Schritt 2 — LAP-Bestätigung (bei unklarer Konstellation), LAP erhöht wenn ≥1 erfüllt:
  • LAVi > 34 ml/m²
  • LARS ≤ 18 %
  • PV S/D ≤ 0,67 (alternativ IVRT ≤ 70 ms)
Graduierung (nach LAP + E/A): Grad 1 = normaler LAP, meist E/A ≤ 0,8 · Grad 2 (pseudonormal) = LAP erhöht + E/A < 2 · Grad 3 (restriktiv) = LAP erhöht + E/A ≥ 2.

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Wie wird die TAPSE gemessen?

TAPSE wird im apikalen 4-Kammerblick (RV-fokussiert) mit dem M-Mode gemessen. Der Cursor wird im lateralen Trikuspidalklappenring platziert und die maximale systolische Exkursion gemessen. Mindestens 3 Herzzyklen werden gemittelt.

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Was ist die TAPSE/PASP-Ratio und wann ist sie pathologisch?

Die TAPSE/PASP-Ratio misst die ventrikulär-arterielle Kopplung des rechten Herzens. Normalwert: > 0,36 mm/mmHg. Werte zwischen 0,3–0,4 mm/mmHg deuten auf eine beeinträchtigte RV-PA-Kopplung hin und sind bei pulmonaler Hypertonie ein wichtiger Prognoseparameter.

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Was ist ein normaler LV-Masse-Index?

Der normale LV-Masse-Index (LVMI) beträgt ≤ 95 g/m² (M-Mode-Methode, Frauen) bzw. ≤ 115 g/m² (M-Mode-Methode, Männer) nach ASE. Höhere Werte zeigen eine LV-Hypertrophie an. Zusätzlich wird die relative Wanddicke (RWT) zur morphologischen Einteilung (konzentrische/exzentrische Hypertrophie) herangezogen.

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Ab welchem LA-Volumenindex gilt der linke Vorhof als vergrößert?

Ein LA-Volumenindex > 34 ml/m² gilt als erhöht (ASE). Dies ist ein wichtiger Marker für chronisch erhöhte LV-Füllungsdrücke und ist mit einem erhöhten Vorhofflimmer-Risiko assoziiert.

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Was ist eine Mitralklappenstenose und wie wird sie klassifiziert?

Mitralstenose-Klassifikation (ASE 2023): Die Mitralklappenstenose wird nach Klappenöffnungsfläche (KÖF – planimetrisch in der kurzen Achse), Pressure Half Time (PHT), dem mittleren Druckgradienten (mn Grd.) und abgeschätztem systolischen pulmonalarteriellem Druck (sPAP) klassifiziert: Leichtgradig KÖF > 2,5 cm²/PHT < 100 ms/< 5 mmHg/sPAP < 30 mmHg, Moderat 1,6–2,5 cm²/100–149 ms/5–9 mmHg/30–49 mmHg, Schwer < 1,5 cm²/> 150 ms/> 10 mmHg/> 50 mmHg.

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Wie wird eine Mitralinsuffizienz echokardiographisch beurteilt?

Mitralinsuffizienz – Schweregrad (ASE 2017, kompakt): Ein transmitrales E/A-Verhältnis (PW Doppler) < 1 spricht generell gegen eine hochgradige Mitralinsuffizienz, ebenso eine nur kurze, non-holosystolische Insuffizienz. Andernfalls integrative Beurteilung anhand von 6 Kriterien: Flail leaflet, dilatierter LV mit normaler EF, MI-Jet > 50 % des Vorhofs (zentrale Jets), Vena contracta > 7 mm, PISA-Radius > 10 mm (Aliasing 30–40 cm/s), systolische Flussumkehr in ≥ 2 Pulmonalvenen. Hochgradig bei ≥4 Kriterien, oder ≥3 Kriterien plus EROA ≥ 0,3 cm² / Regurgitationsvolumen ≥ 45 ml, oder ≥2 Kriterien plus EROA ≥ 0,4 cm² / Regurgitationsvolumen ≥ 60 ml.

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Ab welchem Schweregrad wird bei Mitralinsuffizienz eine Intervention empfohlen?

Nach ESC/EACVI (Eur Heart J 2025) gilt bei hochgradiger primärer MR — Klasse I (Operation/Rekonstruktion bevorzugt): symptomatische, operable MR; asymptomatische MR mit LV-Dysfunktion (LVEF ≤ 60 % oder LVESD ≥ 40 mm/≥ 20 mm/m²); oder asymptomatische MR mit erhaltener LV-Funktion und ≥ 3 von 4 Kriterien (Vorhofflimmern, sPAP in Ruhe > 50 mmHg, LAVI ≥ 60 ml/m² oder LA-Diameter ≥ 55 mm, begleitende ≥ moderate sekundäre TI). Klasse IIa (schwächere Empfehlung): erhaltene LV-Funktion mit alleinigem Vorhofflimmern oder sPAP > 50 mmHg, oder signifikante LA-Dilatation mit hoher Rekonstruktionswahrscheinlichkeit.

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Wie wird eine hochgradige Trikuspidalinsuffizienz bestimmt?

Die Einstufung erfolgt integrativ anhand von 7 Kriterien: TV-Anulus-Dilatation (> 21 mm/m²) ohne Koaptation/Flail-Segel, RV-Größe, CWD-Jetmuster (dicht, dreieckig oder sinuswellenartig), zentraler Jet (≥ 50 % der RA-Fläche), PISA-Radius (≥ 0,9 cm bei Nyquist 30 cm/s), systolische Flussumkehr in der Lebervene und Vena-contracta-Breite (≥ 0,7 cm). Erfüllen ≥ 4 von 7 Kriterien das pathologische Merkmal, gilt die TR als hochgradig; bei 3:3-Patt entscheidet die Vena-contracta-Breite.

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Was ist der ADD-RS Score und wann wird er eingesetzt?

Der Aortic Dissection Detection Risk Score (ADD-RS) bewertet 3 Kategorien — Hochrisiko-Prädisposition, Schmerzcharakteristik, Untersuchungsbefunde — mit je 0–1 Punkt (Summe 0–3). Ab ADD-RS ≥ 2 gilt das Risiko als hoch: umgehende CT-Angiographie (Hals bis Becken), ggf. begleitend fokussierte TTE/EKG. Bei ADD-RS < 2 (0 oder 1) richtet sich das weitere Vorgehen nach POCUS-, Röntgen-Thorax- und D-Dimer-Befund — sind alle drei negativ, ist eine akute Aortendissektion unwahrscheinlich.

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Was ist der Unterschied zwischen TTE und TEE?

TTE (Transthorakale Echokardiographie) ist die nicht-invasive Standarduntersuchung durch die Brustwand. TEE (Transösophageale Echokardiographie) verwendet eine Schlucksonde und liefert höhere Bildqualität — besonders wertvoll für Vorhofthromben, Klappenprothetik und infektiöse Endokarditis.

Wie oft werden die Referenzwerte aktualisiert?

Die Normwerte werden synchron mit den Veröffentlichungen der ASE (American Society of Echocardiography) und EACVI (European Association of Cardiovascular Imaging) aktualisiert. Aktuell basieren die Rechner auf den jeweils aktuellsten ASE- und EACVI-Leitlinien.

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Sind die Rechner geschlechtsspezifisch?

Ja, viele Rechner verwenden geschlechtsspezifische Normwerte. Der 2D-Echokardiographie-Rechner unterscheidet bei LVEF, LVEDD, LVMI, Wanddicken, Aortenweite nach Geschlecht gemäß ASE.

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Welche klinischen Standards werden verwendet?

Alle Rechner basieren auf evidenzbasierten Leitlinien: ASE (American Society of Echocardiography), EACVI (European Association of Cardiovascular Imaging) und DEGUM. Die genaue Quellenangabe mit DOI findet sich auf jeder Rechner-Seite.

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Was ist Speckle-Tracking und was misst der Global Longitudinal Strain (GLS)?

Speckle-Tracking-Echokardiographie verfolgt Gewebemarker im Ultraschallbild zur Deformationsanalyse. Der Global Longitudinal Strain (GLS) ist der gemittelte longitudinale Strain aller LV-Segmente. Normalwert: GLS < −18 % (−19 % oder negativer; Borderline −16 % bis −18 %). GLS erkennt subklinische Dysfunktionen bei noch normaler LVEF.

Wo kann ich die EchoMastery Web-App nutzen?

EchoMastery Pro ist als Web-App unter app.echokardio.de verfügbar — kein Download nötig. Der Zugang funktioniert auf allen Geräten (PC, Tablet, Smartphone) direkt im Browser.

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Gibt es eine Demo-Version oder kostenlose Rechner?

Ja, alle als „Free" markierten Rechner (z.B. RA-/RV inkl. TAPSE, 2D inkl. LVEF, ADD-RS) können ohne Registrierung genutzt werden. EchoMastery Pro bietet einen 7-tägigen kostenlosen Test mit Zugriff auf alle 22 Rechner.

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Sind die Kurse auch auf Englisch verfügbar?

Der Kongresskalender und die Kursseiten listen sowohl deutschsprachige als auch internationale englischsprachige Veranstaltungen. Die echokardio.de Webseite ist vollständig in Deutsch und Englisch verfügbar.

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Wer hat echokardio.de entwickelt?

echokardio.de wurde von Dr. med. Christian Kirsch entwickelt — Leiter der kardiovaskulären Bildgebung (Innere I, Klinikum Lippstadt), Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie sowie DEGUM-Ausbilder Stufe II und Kursleiter der Ärztekammer Westf.-Lippe. Er ist Autor des Lehrwerks „Doppler-Echokardiographie" (Schattauer Verlag, 5. Auflage).

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Kann ich echokardio.de für klinische Entscheidungen verwenden?

Die Rechner und Informationen auf echokardio.de dienen der Unterstützung klinisch ausgebildeter Fachkräfte und ersetzen nicht die individuelle ärztliche Beurteilung. Alle Angaben basieren auf aktuellen Leitlinien — die klinische Entscheidung obliegt stets dem behandelnden Arzt.

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